Jetzt in 7 Schritten Ein StartUp Unternehmem Gründen

 

Immer weniger Deutsche haben Interesse daran, ein Startup Unternehmen zu gründen. Woran liegt das? Gerade auch dies ist der Grund dafür, dass derzeit weniger Start Ups aus dem Boden der deutschen Industrielandschaft sprießen. Welche Folgen hat dies? Fehlt es an Unternehmermentalität? Wie eine Gründung Schritt für Schritt beginnt, zeigen wir im folgenden Artikel…

Startup Unternehmen gründen ist nicht cool

Laut Statistik haben sich die Zahl der Gründungen in Deutschland von 2001 bis 2015 ungefähr halbiert. Während  Anfang des letzten Jahrzehnts noch rund 1,5 Mio. Unternehmer bereit waren mit eigenen Mitteln eine Zukunft aufzubauen so hat sich die Zahl derjenigen schon bis in die Gegenwart (2015) genau halbiert. (700 Tsd Gründer). Welche Auswirkungen hat dieser Trend auch auf die deutsche Wirtschaftsstruktur und die volkswirtschaft? Gibt es in Zukunft weniger Unternehmen, die Arbeitsplätze schaffen oder sind die heutigen Start Ups besser durchdacht, sorgfältiger finanziert und bestehen deshalb auch länger an den Märkten?

Startup Risiko meist zu hoch

Diese Fragen stellen sich heutzutage jungen Unternehmers. Wie bringt man das Geschäft besser ans Laufen? Besonders interessant in diesem Kontext sind auch die Insolvenzen von Unternehmen. Wer ein Interesse hat sich tiefer in die Materie einzuarbeiten kann dies gern tun und im Bereich Unternehmensinsolvenzen nachhaken. Hier gibt es aber auch positive Nachrichten. Denn offensichtlich schaffen es die gegründeten Unternehmen länger zu bestehen. Die Zahlen hierfür liefert das statistische Bundesamt. Wie die folgende Tabelle ergibt haben seit 2011 Unternehmer seltener mit Insolvenzen zu kämpfen. Hier gibt es also durchaus auch positive Nachrichten. Während es 2006 noch bis zu 150.000 insolvente Firmen gab sank die Zahl bis 2015 auf nur 111.197 Insolvente Firmen. Ein deutlicher Rückgang also.  Somit bleibt also offen, ob das Unternehmertum in der Krise ist. Denn eine Komprimierung des Unternehmertums auf eine Zahl gesunder Unternehmen hat für die Volkswirtschaft durchaus positive Effekte.

Startup Gründen in 7 Schritten

Ein Startup zu gründen ist kein leichtes Unterfangen. Daher gilt es für jeden Interessenten vorher genau zu prüfen, ob eine Gründung in Frage kommt. Dabei sollte die Planung schrittweise erfolgen, damit eine Geschäftsidee nicht zum Luftschloss verkommt und Probleme der Gründung vorher geprüft werden können. Außerdem kann mit einer schrittweisen Planung auch abgeschätzt werden, ob die Herausforderungen überhaupt realisierbar sind.

Schritt 1: Die Planungsphase

Bevor Sie tatsächlich offiziell Ihre Firma gründen, steht die Planungsphase an. Laut KfW Gründungsmonitor beträgt die durchschnittliche Vorbereitungszeit sieben Monate von der Idee bis zum eigentlichen Unternehmensstart. 50 % aller Gründer sind allerdings in drei Monaten damit durch, wenn sie ihre Firma gründen wollen. Viele Gründer spielen natürlich auch zunächst längere Zeit mit dem Gedanken der Firmengründung. Die Gründungsvorbereitung dauert im Durchschnitt 2,5 Monate, wobei auch hier über 50 % der Gründer sich weniger als einen Monat Zeit nehmen. An dieser Statistik wird schon deutlich, dass manche Gründer mehr recht als schlecht vorbereitet in die Gründung stolpern. Die Erarbeitung eins stimmigen Geschäftsmodells sollte Vorrang haben. Danach folgt die detaillierte Erarbeitung des Businessplans, der das Fundament für eine erfolgreiche Firmengründung bildet. Achten Sie dabei insbesondere auch auf einen möglichst realistischen Finanzplan. Er zeigt Ihnen auf, wie viel Kapital notwendig ist und ob sich Ihre geplante Firma lohnt.  

Schritt 2: Markenschutz

Neuland betreten viele Gründer bei rechtlichen Fragen, wenn sie eine Firma gründen. Doch diese sind von großer Bedeutung bei der Firmengründung und sollten nicht vernachlässigt werden. Schließlich sollte das Unternehmen unter einer geeigneten Internetadresse zu finden sein. Der Firmenname sollte klar und eindeutig sein. Ein Markenschutz für die Produkte und Dienstleistungen sichert die Position im Wettbewerb. Allerdings dürfen Sie nicht außer Acht lassen, dass diese Themen keine Einbahnstraße sind. Wenn Sie eine Firma gründen, müssen Sie auch darauf achten keine bestehenden Schutzrechte zu verletzen. Weitere Details haben wir Ihnen im Abschnitt rund um gewerbliche Schutzrechte zusammengestellt.

Bei den betrieblichen Risiken geht es in erster Linie darum, den Versicherungsbedarf zu ermitteln. Denn: Je nach Branche können unterschiedliche Versicherungen Sinn machen – machen Sie die kostenlose Bedarfsanalyse.

Schritt 3: Nebenerwerb oder Haupterwerb anstreben

Der Schritt in die Selbstständigkeit ist für viele Gründer ein großes Wagnis. Daher probieren zahlreiche Existenzgründer auch zunächst eine nebenberufliche Selbstständigkeit aus. Ob Sie allerdings im Nebenerwerb eine Firma gründen oder direkt Vollzeit starten, spielt für die grundsätzlichen Anforderungen an die Firmengründung keine Rolle. Allerdings sind bei einer Firmengründung im Nebenerwerb grundsätzlich einige Dinge zu beachten.

Schritt 3: Schutzrechte und Patente achten

Auch wenn der Fall eher selten vorkommt. Sollten Sie ein Angebot verkaufen, dass bereits patentiert worden ist, können Sie schnell mit dem Rechteinhaber in Konflikt geraten. Achten Sie daher auf rechtliche Vorbedingungen. In jedem Fall sollte Ihr Firmenname klar erkennbar und gut verständlich im Internet zu finden sein. Wie anhand der Konflikte zwischen Großkonzernen deutlich wird, können schnell größere Forderungen auf Ihre Unternehmung zu kommen. Sichern Sie sich also vorher ab.

Schritt 4: Qualifikationen prüfen

Wenn Sie handwerklich aktiv werden wollen, gilt es Qualifikationen zu prüfen. So fallen Handwerksberufe meist unter die Meisterpflicht. Auch ein Restaurant zu eröffnen, bevor Sie das Bauamt nicht kontaktiert haben, ist nicht zu empfehlen. Genehmigungen, Zulassungen oder bestimmte Qualifikationen werden erforderlich sein, wenn Sie eine Firma gründen. Gehen Sie davor auf Nummer sicher und holen Sie entsprechend Rat ein. Gerade die Handwerkskammern liefern guten Rat, um entsprechend eine Gründung ohne Bruchlandung abzuschließen.

Schritt 5: Rechtsform wählen

Die ist mit unterschiedlichen Anforderungen verbunden, wenn Sie die Firma gründen wollen und können den Gründungsprozess spürbar verlängern. Während Einzelunternehmen oder Personengesellschaften wie die GbR schnell zu gründen sind, dauert es bei Kapitalgesellschaften wie der GmbH oder UG länger. Gründe hierfür sind die Termine beim Notar und der notwendige Eintrag ins Handelsregister. Wir haben Ihnen wichtige Faktoren für den Vergleich zusammengestellt.Verbunden mit der Gründung ist auch die Eröffnung eines Geschäftskontos. Kapitalgesellschaften werden vom Notar erst dann beim Handelsregister angemeldet, wenn das Stammkapital einbezahlt worden ist. Für Freiberufler und Einzelunternehmen ist ein separates Geschäftskonto zwar nicht zwingend notwendig, aber auf jeden Fall ratsam – nur so können private und berufliche Finanzen voneinander getrennt werden.

Eng mit dem Aspekt der Rechtsform ist auch das Thema der notwendigen Verträge verknüpft. Allerdings sollten Sie nicht nur an den Gesellschaftsvertrag oder die Geschäftsführerverträge denken. Auch Arbeitsverträge für mögliche Mitarbeiter oder Allgemeine Geschäftsbedingungen sowie Vorlagen für Kundenverträge sollten zum Start bereits parat liegen.

Schritt 6: Der Standort

Wenn Sie nicht in den eigenen vier Wänden, sondern im Büro oder in der Werkstatt arbeiten wollen, dann gilt es, sich mit der Frage nach dem geeigneten Standort auseinander zu setzen. Bei der Standortfrage sollten Sie einige wichtige Faktoren berücksichtigen. Ansonsten kann es passieren, dass Ihre Kunden nicht den Weg zu Ihnen finden. 

Schritt 7: Der Außenauftritt

Für den Fall, dass Sie tatsächlich eine Firma gründen, gehört auch, dass Sie Ihren Außenauftritt richtig aufbauen. Ein Logo und eine Webseite sind genauso wichtig wie eine korrekte Rechnungsstellung. Der erste Eindruck ist in jedem Fall maßgeblich, wenn es um die Gewinnung von Neukunden geht.

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Fraglich bleibt inwiefern ein gegenläufiger Trend hier wieder angefacht werden kann. Informationen zum Unternehmertum finden Sie unter folgenden Links. Klar ist aber auch, dass eine Gründung machbar ist, wenn Gründer gewollt sind, eigenständig und eigenverantwortlich durchzustarten.

Fazit

Ein Unternehmen zu gründen heißt vor allen Dingen auch, gut und nachhaltig vorzubereiten. Denken Sie an praktische Eventualitäten und beschäftigen Sie sich mit der richtigen Abstimmung. Die wichtigen Genehmigungen zu beantragen, sowie die entsprechende Geschäftsform zu wählen spielt eine wichtige Rolle. Im Kern gilt aber vor allen Dingen zu prüfen, ob die eigene Marke schon geschützt ist. Zudem ist es natürlich wichtig zu prüfen, ob erforderliche Qualifikationen und Zulassungen vorhanden sind. Gerade bei Handwerks- und Gastronomiegründugen sollten diese Fragen frühzeitig angeklärt werden. Abschließend ist es heute noch mehr als vor 4-8 Jahren wichtig, die eigene Unternehmung auch im Netz passend zu präsentieren.

www.manager-magazin.de

Quellen:

https://www.institut-fuer-sozialstrategie.de/wp-content/uploads/2015/05/wi_ifs_arbeitspapier_global_compact_hemel_2010.pdf

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