Die Zukunftsängste in Deutschland

“Die Sorgen der Deutschen” ist eine alljährlich wiederkehrende Befragungsreihe des GFK Instituts, die widerspiegelt, wo es denn am meisten hakt und wo sich das Volksgemüt so aufregt, dass sich Sorgenfalten regelrecht vertiefen. Seien es Alltagsprobleme oder Bedenken bzw. ernstzunehmende Sorgen,  die die Lasten auf den Schultern schwerer werden lassen. Daß hier viele Leute über die gleichen Leiden und Wehwehchen klagen, macht deutlich, dass Deutschland doch eine Einheit bleibt und die Sorgen meines Nachbarn vielleicht auch meine Sorgen sind. Während die Angst vor Arbeitslosigkeit als Nummer 1 der Alltagssorge abgelöst worden ist hat die Befürchtung vor Fremden und Zuwanderung stark zugenommen. Diese Zukunftsängste sind berechtigt und haben die Gesellschaft in Ihrer Aufnahmefähigkeit auf einen Extremprüfstand geführt und prüft die deutsche Gesellschaft nach wie vor in historisch beispielloser Art.im folgenden sollen die jeweiligen Ängste etwas deutlicher betrachtet werden und ggf. mit den entsprechenden Informationen entkräftet werden. Lesen Sie selbst.

Zuwanderung

Eine erste Tendenz der Rückläufigkeit der Zuströme gibt es. Ohne weitere Begrenzungsmaßnahmen der Bundesregierung haben die neu registrierten Flüchtlingszahlen im April diesen Jahres einen Tiefstand erreicht. In diesem Zeitraum gab es nur noch ganze 15.941 neue Anträge, während im Februar noch eine Zahl von beunruhigenden 200.000 Anträgen gemeldet worden waren . Bei einer Stabilisierung des Trends dürfte Deutschland in der Lage sein, die Krise zu bewältigen und zumindest einen Teil der Flüchtlinge zu integrieren bis eine Rückreise wieder möglich ist.

 

Ebenfalls bedeutend bleiben die klassischen Zukunftsängste. Lebenshaltungskosten, Absicherung der Renten und die Verschuldung des Staates spielen eine nachwievor immens große Rolle.

Staatsverschuldung

Eine der verbreiteten Sorgen stellt überraschenderweise die Sorge, dass die Staatsschulden ins Bodenlose laufen.  Diese kritische Einschätzung scheint offenbar auch gerade im Zuge von weltweit auftretenden Staatsbankrots eine zunehmende und ernstzunehmende Sorge zu sein. Neben dem Staatsbankrot von Griechenland (2010) haben ebenfalls Argentinien (2012 – technischer Zahlungsausfall) und auch Belize (2014) sowie Puerto Rico (2015) nicht mehr die Möglichkeit Ihre Schulden zu bezahlen bzw. sind in starken bis sehr starken Zahlungsschwierigkeiten. In Deutschland lässt sich diese Sorge allerdings ein zu mindestens ein wenig zerstreuen. Die Ausgaben liegen derzeit bei der Bundesrepublik Deutschland auf einem Niveau von 316,9 Milliarden Euro ohne geplante und notwendige Neuverschuldung. Eine Planung die am 27. November 2015 mit der Verabschiedung im Bundestag in Kraft getreten ist.

Rentensicherheit

Ebenfalls daran gekoppelt ist die Sorge, ob die Renten in Zukunft sicher bleiben. Dieses Szenario knüpft sich vor allen Dingen an das gegebene bzw. fehlende Vertrauen in den Staat bzw. die Leistungsfähigkeit der Nation, dass in Zukunft  Rentenzahlungen geleistet werden und Beitragszahlungen der arbeitenden Wirtschaft erfolgen. Auskunft über die Berechtigung dieser Sorgen gibt unter anderem der Rentenversicherungsbereicht 2015 des Bundesamtes für Arbeit und Soziales. Hier wird deutlich, dass insgesamt im Jahr 2016  25 Milliarden Rücklagen zur Deckung eines Rentenversicherungsdefizits vorrätig sind.

Preisentwicklung und Lebenshaltungskosten

Kommen wir zur dritten zentralen Last auf den Schultern der deutschen. Die Lebenshaltungskosten. Hier zählen unter anderem das eigene Gehalt, die Preisentwicklungen und die Kosten für Mieten und Energiekosten eine wichtige Rolle. Verlaufen die Preisentwicklungen konstant und werden entsprechende Investitionen zum richtigen Zeitpunkt eingesetzt wird vieles einfacher. Ein zentraler Punkt kann die Sorgen hier ein wenig drücken. Die Preise für Heizkosten sind stark rückgängig – allein im Mai haben die Preise für Heizöl und Brennstoffe um teilweise 25% nachgegeben. Auch das tägliche Kaffeetrinken mit Milch wird günstiger. Hier haben die Preise im Vergleich zum April um 5% nachgelassen. Dem entgegen stehen Preisanzüge im Bereich der Zeitungen, des Versands von Briefen im Bereich der Versicherungen und bei Tabakerzeugnissen. Hier stiegen die Preise empfindlich um teilweise 3-5% im Vergleich zum Vormonat.

Jobverlust und Arbeitslosigkeit

Eine positive Entwicklung hat sich bei der Angst vor einem Anstieg der  Arbeitslosenzahlen herausgestellt. Zum einen steht diese Form der Zukunftssorge weit weniger im Fokus der deutschen als noch vor einigen Jahren und zudem sind Berufstätige nicht mehr zentral mit der Sorge beschäftigt Ihren Arbeitsplatz zu verlieren. Diese Sorgen haben demzufolge deutlich nachgelassen und geben großen Grund zur Hoffnung. Die Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung bekräftigt den positiven Gesamttrend. Die Personen die insgesamt im engeren Sinne Arbeitslos sind, sind rückläufig. Diese Zahl der Personen die im engeren Sinne arbeitslos sind, hat de facto trotz Flüchtlingskrise und  starken Problemen in Europa und politischen Krisen in Systemen im deutschen Umfeld um 3,5% abgenommen.  Dazu kommen Personen die im weiteren Sinne arbeitslos sind und sich im Bereich der Kurzarbeit bzw. im Bereich von Weiterbildungsmaßnahmen befinden. Hier hat das Engagement des Bundes deutlich zugenommen – Weiterbildungsmaßnahmen sind stark intensiviert worden, so dass eine Reintegration in den Arbeitsmarkt wahrscheinlicher wird.

 

Für weitere Informationen stehen Ihnen die jeweiligen Ansprechpartner der Institutionen zur Verfügung.

 

Die Zukunftsängste in Deutschland

Das könnte Dich auch interessieren...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Empfehlen